Witterung dieselbe. Mittags etwas Arbeitsdienst. Die Franzosen, welche in letzter Zeit ihr Feuer fast sozusagen einstellten, fangen so langsam an, Liebespakete zu senden, aber für uns ohne Bedeutung. Sonst alles beim Alten.
Tagebuch 28.5.1915
Etwas rauer Wind. Sonst Witterung dieselbe. Tagsüber keine Arbeit, krankheitshalber Schonung. Im Übrigen alles wie vor.
Tagebuch 27.5.1915
Witterung wie vor. Morgens 8-10 Uhr Küche pflastern, dann Schluß. Tagsüber unwohl. Sonst nix neues, alles wie gewöhnlich.
Tagebuch 26.5.1915
Witterung dieselbe. Arbeit von morgens 7 bis nachmittags 5 ½ Uhr, Küche pflastern. Des morgens bis zu 50 Mann Krankmeldungen (unterleibskrank) in der Komp. Wir erhielten des nachts von der ersten Komp. Ersatz dafür. Verschiedene verdächtige Meldungen, deshalb die Nacht halbe Gefechtsbereitschaft. Sonst wie vor.
Tagebuch 25.5.1915
Witterung dieselbe. Arbeit von morgens 8 bis abends 9 Uhr, Küche pflastern. Des mittags ein Mann auf Patrouille den Heldentod gestorben (H. Nies). Derselbe war im Begriff, nach Erledigung seiner Aufgabe, zur Komp. zurückzukehren, als er von rückwärts vom Unteroffiziersposten der 9.Komp. irrtümlicherweise beschossen wurde und von 3 Geschossen durchbohrt schwer verletzt zu Boden sank. Er verschied nach 3stündigem schweren Leiden bei zeitweisem vollem Bewusstsein. Wir verlieren in ihm einen unserer fähigsten Leute der Komp. und wird ihm jeder treues Andenken bewahren. Abends 12 ¼ Uhr Probealarm. Nacht wie vor.